Depersonalisation und Derealisation verstehen und behandeln

Depersonalisation und Derealisation können dazu führen, dass sich die eigene Person oder die Umgebung fremd, unwirklich oder wie in einem Traum anfühlen. Diese Veränderungen des Erlebens sind häufig mit starker Verunsicherung, Angst und einer intensiven Selbstbeobachtung verbunden.

In meiner Privatpraxis für Psychotherapie in Berlin-Mitte behandle ich Depersonalisation und Derealisation mit Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Veränderung bedrohlicher Bewertungen, der Abbau von Kontroll- und Sicherheitsverhalten sowie die Förderung von Emotionsregulation.

Depersonalisation und Derealisation verstehen und behandeln

Wenn sich das eigene Ich oder die Umwelt unwirklich anfühlen

Manche Menschen erleben plötzlich das Gefühl, nicht mehr richtig mit sich selbst oder ihrer Umgebung verbunden zu sein. Die eigene Stimme klingt fremd, vertraute Orte erscheinen unwirklich oder das eigene Leben fühlt sich an, als würde man es durch eine Glasscheibe beobachten. 

Solche Erfahrungen können sehr beängstigend sein. Häufig entsteht die Sorge, die Kontrolle zu verlieren, verrückt zu werden oder nie wieder zum gewohnten Erleben zurückzufinden.

In meiner Privatpraxis für Psychotherapie in Berlin-Mitte behandle ich Depersonalisation und Derealisation mit Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Veränderung belastender Bewertungen, der Abbau von Selbstbeobachtung und Sicherheitsverhalten sowie die Förderung eines flexibleren Umgangs mit Angst und Emotionen. 

 

Was sind Depersonalisation und Derealisation? 

Depersonalisation und Derealisation gehören zu den sogenannten dissoziativen Phänomenen. Sie beschreiben Veränderungen des subjektiven Selbst- und Wirklichkeitserlebens. 

Bei einer Depersonalisation fühlen sich Betroffene von sich selbst, ihrem Körper, ihren Gedanken oder Gefühlen entfremdet. Manche erleben sich wie ferngesteuert oder berichten, dass sie zwar wissen, was sie fühlen müssten, emotional aber kaum noch etwas wahrnehmen. 

Bei einer Derealisation erscheint hingegen die Umgebung fremd, künstlich, traumartig oder unwirklich. Vertraute Orte und Menschen können sich plötzlich merkwürdig weit entfernt anfühlen. 

Typische Beschreibungen sind:  

  • „Ich fühle mich wie neben mir.“ 
  • „Alles wirkt wie in einem Traum.“ 
  • „Ich funktioniere nur noch automatisch.“ 
  •  „Es ist, als würde ich die Welt durch eine Glasscheibe sehen.“ 
  • „Ich weiß, dass alles real ist, aber es fühlt sich nicht so an.“ 

Beide Phänomene treten häufig gemeinsam auf. 

 

Bedeutet das, dass ich verrückt werde? 

Eine häufige Angst bei Depersonalisation und Derealisation ist die Sorge, eine Psychose zu entwickeln oder den Bezug zur Realität zu verlieren. 

Bei typischen Depersonalisations- und Derealisationserlebnissen bleibt die Realitätsprüfung jedoch erhalten. Betroffene wissen grundsätzlich, dass sie selbst und ihre Umgebung real sind, auch wenn es sich subjektiv anders anfühlt. 

Das Gefühl, die Welt sei unwirklich, ist somit nicht gleichbedeutend mit der Überzeugung, dass sie tatsächlich nicht real ist.

Dennoch ist eine sorgfältige diagnostische Einordnung wichtig, insbesondere bei neu auftretenden oder ausgeprägten Wahrnehmungsveränderungen.

 

Wie entstehen Depersonalisation und Derealisation? 

Vorübergehende Entfremdungserlebnisse können auch bei psychisch gesunden Menschen auftreten, beispielsweise in Phasen starker Belastung oder Erschöpfung. 

Häufige Zusammenhänge sind: 

  • Angst und Panikattacken 
  • anhaltender Stress und Überforderung 
  • traumatische Erfahrungen 
  • depressive Erkrankungen 
  • Schlafmangel und Erschöpfung 
  • Cannabis oder andere psychoaktive Substanzen 

Warum solche Zustände bei manchen Menschen länger bestehen bleiben, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Eine Rolle spielen vermutlich Veränderungen der emotionalen Verarbeitung, der Aufmerksamkeit sowie des subjektiven Selbst- und Körpererlebens. 

 

Der Teufelskreis aus Angst und Selbstbeobachtung 

Besonders belastend ist häufig nicht nur das Entfremdungserleben selbst, sondern auch die Bedeutung, die Betroffene ihm zuschreiben. 

Gedanken wie „Was stimmt nicht mit mir?“, „Verliere ich den Verstand?“ oder „Was, wenn das nie wieder verschwindet?“ können starke Angst auslösen. 

In der Folge beginnen viele Menschen, ihre Wahrnehmung intensiv zu beobachten und zu kontrollieren. Sie überprüfen beispielsweise immer wieder, ob sich ihre Umgebung normal anfühlt, ob sie ihre Gefühle wieder spüren oder ob das Unwirklichkeitsgefühl bereits nachgelassen hat. 

Diese verstärkte Selbstbeobachtung kann dazu führen, dass die Symptome noch stärker in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken. 

Es entsteht ein möglicher Teufelskreis: 

Unwirklichkeitsgefühl → bedrohliche Bewertung → Angst und Anspannung → verstärkte Selbstbeobachtung und Kontrollversuche → zunehmende Beschäftigung mit dem Unwirklichkeitsgefühl. 

Auch Vermeidung und Rückzug können die Beschwerden aufrechterhalten. Betroffene meiden möglicherweise Situationen, in denen sie sich besonders fremd fühlen, und verlieren dadurch zunehmend Vertrauen in ihre eigene Handlungsfähigkeit. 

 

Warum können Kontrollversuche die Beschwerden verstärken? 

Wer sich unwirklich oder emotional abgeschnitten fühlt, möchte verständlicherweise möglichst schnell wieder zum gewohnten Erleben zurückfinden. 

Manche Menschen versuchen deshalb, Gefühle bewusst hervorzurufen, ihre Wahrnehmung zu überprüfen oder sich durch wiederholte Internetrecherchen und Rückversicherungen zu beruhigen. 

Solche Strategien können kurzfristig entlasten. Langfristig kann jedoch gerade der Versuch, das eigene Erleben ständig zu kontrollieren, die Beschäftigung mit den Symptomen verstärken. 

Das subjektive Gefühl von Vertrautheit, Lebendigkeit und Verbundenheit lässt sich nicht zuverlässig durch bewusste Anstrengung herstellen.

Ein wichtiger therapeutischer Ansatzpunkt besteht deshalb darin, Kontrollversuche zu reduzieren und dem eigenen Erleben wieder weniger Aufmerksamkeit und Bedrohlichkeit zuzuschreiben. 

 

Wie werden Depersonalisation und Derealisation behandelt?

In der kognitiven Verhaltenstherapie werden zunächst die individuellen Entstehungs- und Aufrechterhaltungsbedingungen der Beschwerden untersucht. 

Darauf aufbauend können verschiedene therapeutische Ansätze zum Einsatz kommen. 

Bedrohliche Bewertungen verändern 

Die Angst, verrückt zu werden, die Kontrolle zu verlieren oder dauerhaft geschädigt zu sein, kann die Beschwerden erheblich verstärken. In der Therapie werden solche Befürchtungen überprüft und alternative, realistischere Bewertungen entwickelt. 

Selbstbeobachtung und Sicherheitsverhalten reduzieren 

Betroffene lernen, wiederholtes Überprüfen, gedankliches Analysieren und Rückversicherungsverhalten schrittweise zu reduzieren. Gleichzeitig wird die Aufmerksamkeit wieder stärker auf die Umwelt, zwischenmenschliche Kontakte und bedeutsame Aktivitäten gerichtet. 

Exposition und Verhaltensexperimente 

Wenn Angst und Vermeidung eine wichtige Rolle spielen, können Expositionsübungen und Verhaltensexperimente sinnvoll sein. 

Dabei geht es beispielsweise darum, bislang vermiedene Situationen wieder aufzusuchen und die Erfahrung zu machen, dass man auch mit einem unangenehmen Entfremdungsgefühl handlungsfähig bleiben kann. 

Das Ziel besteht nicht darin, das Unwirklichkeitsgefühl um jeden Preis zu beseitigen, sondern zunehmend weniger Angst davor haben und weniger dagegen ankämpfen zu müssen. 

Emotionsregulation und begleitende Beschwerden 

Wenn emotionale Distanz, Überforderung oder Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen eine Rolle spielen, können auch emotionsregulatorische Techniken hilfreich sein. 

Bestehen gleichzeitig Angststörungen, Depressionen oder traumabezogene Beschwerden, werden diese in die Behandlung einbezogen. 

Die wissenschaftliche Studienlage zur spezifischen Psychotherapie der Depersonalisations-Derealisationsstörung ist bislang begrenzt. Erste Ergebnisse zur kognitiven Verhaltenstherapie sind ermutigend, erlauben aber noch keine abschließenden Aussagen über ihre Wirksamkeit. 

 

Können Depersonalisation und Derealisation wieder verschwinden? 

Depersonalisation und Derealisation können vorübergehend auftreten und sich wieder zurückbilden. Bei manchen Menschen bestehen die Beschwerden jedoch über längere Zeit oder schwanken in ihrer Intensität. 

Ein wichtiger therapeutischer Fortschritt kann bereits darin bestehen, dass die Angst vor den Symptomen abnimmt, Kontrollversuche reduziert werden und Betroffene wieder zunehmend ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen. 

Damit rückt nicht mehr ausschließlich die Frage in den Mittelpunkt, ob sich alles wieder vollkommen normal anfühlt, sondern auch, wie ein erfülltes Leben trotz vorübergehend unangenehmer Wahrnehmungen möglich wird.

 

Psychotherapie bei Depersonalisation und Derealisation in Berlin-Mitte 

In meiner Privatpraxis für Psychotherapie in Berlin-Mitte behandle ich Depersonalisation und Derealisation mit Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie. 

Nach einer sorgfältigen diagnostischen Einordnung entwickeln wir gemeinsam ein individuelles Verständnis Ihrer Beschwerden. Darauf aufbauend arbeiten wir insbesondere an belastenden Bewertungen, übermäßiger Selbstbeobachtung, Sicherheitsverhalten und Vermeidung. 

Ziel ist es, wieder mehr Vertrauen in das eigene Erleben zu entwickeln und die Aufmerksamkeit zunehmend auf das eigene Leben statt auf die ständige Kontrolle der Symptome richten zu können.

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